Online-Artikel

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Samaya als symbiotische Verbindung

Ein Beitrag von Damchö Diana Finnegan veröffentlicht in der 3/2024 Geist unter der Rubrik Buddhismus Heute.
Damchö Diana Finnegan über die Guru-Schüler-Bindung im Vajrayana-Buddhismus und wie man sie auf gesunde, wohltuende Weise gestalten kann. Bild: Privat Lange Zeit dachte ich, samaya sei ein inniges Band der Fürsorge, in dem die Schüler:innen sich bereit erklären, sich einem Lehrer oder einer Lehrerin ganz anzuvertrauen, und der Lehrer oder die Lehrerin sich bereit erklärt, ganz im Sinne des Schülers oder der Schülerin zu handeln. Diese Annahme ist nicht in erster Linie...

Nationalismus: Kollektives Ego und das Versprechen von Buddhaland

Ein Beitrag von Brian Daizen Victoria übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der 2/2024 Krieg und Frieden unter der Rubrik Schwerpunkt Krieg und Frieden.
Einleitung In einer kürzlich gehaltenen Vorlesung über den Krieg in der Ukraine stellte John Mearsheimer, ein Politikwissenschaftler an der Universität von Chicago, fest, dass der Nationalismus heute die vorherrschende Ideologie in der Welt ist. Ich war von dieser Bemerkung etwas überrascht, da ich die Zeit des Kalten Krieges miterlebt habe, in der alles, was mit Russland zu tun hatte, in den ideologischen Kontext des „Kampfes der freien Welt oder der Demokratien gegen die...

Das Gesicht des Buddhismus im Wandel

Ein Beitrag von Bhikkhu Bodhi veröffentlicht in der Ausgabe 2024/1 Zeit unter der Rubrik Schwerpunkt Zeit.
Wenn ich hier in Sri Lanka bei einer dieser seltenen Gelegenheiten einen städtischen buddhistischen Tempel besuche, mache ich immer wieder eine erstaunliche Beobachtung. Fast alle anwesenden buddhistischen Anhänger sind mittleren Alters oder ältere Leute, die vielleicht noch ihre Enkel mitgebracht haben. In den Vihâras unserer Dörfer und Städte glänzen jüngere Menschen und auch Erwachsene in der Blüte ihrer Jahre durch Abwesenheit. Für ein Land mit über 70%...

Stellen wir uns eine buddhistische politische Philosophie vor

Ein Beitrag von Randeep Purewall übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der Ausgabe 2023/4 Verantwortung unter der Rubrik Buddhismus in der Welt.
Randeep Purewall meint, es ist an der Zeit, eine buddhistische politische Philosophie zu definieren. Er schlägt vier Kernkomponenten für eine vom Dharma geprägte politische Philosophie vor. Es war 2005. Vier Jahre waren seit den Anschlägen vom 11. September vergangen, und ich war im zweiten Jahr meines Jurastudiums. Der Krieg gegen den Terror war in vollem Gange. Der Irak stand in Flammen. Und Präsident George W. Bush hatte den bürgerlichen Freiheiten „in the...

Wie sexuelles Fehlverhalten spirituelle Gemeinschaften erschüttert: Lektionen für Buddhistinnen und Buddhisten

Ein Beitrag von Barbara Grey, Dr. Katheryn D. Wiedman, Leslie Hospodar übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der Ausgabe 2023/3 Umgang mit Sexualität unter der Rubrik Aktuell.
Die Autorinnen dieses Essays sind Gründungsmitglieder von An Olive Branch Associates LLC, einem (US-amerikanischen, red.) Beratungsunternehmen, das mit Organisationen zusammenarbeitet, um sexuellem Fehlverhalten vorzubeugen oder, wenn bereits geschehen, dagegen anzugehen. Wenn einem vertrauten spirituellen Führer sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird, kommt es häufig zu einer Spaltung des Sangha. Nachdem Sangha-Mitglieder Jahre ihres Lebens mit ihrem Lehrer praktiziert und sich...

Eine buddhistische Stimme für Europa

Ein Beitrag von Stephen Batchelor übersetzt von Felix Baritsch veröffentlicht in der Ausgabe 2023/2 Buddhismus im Westen unter der Rubrik Buddhismus Heute.
Die Idee einer ‚Stimme‘ ist im Buddhismus sehr zentral. Wir sprechen z.B. vom Buddhavaca, dem Wort des Buddhas. Als der Buddha begann, dem Dharma eine Stimme zu geben – Buddhas Lehren – da sprach er nicht in einem Vakuum, sondern immer zu einer Zuhörerschaft, die entweder eine ganze Gruppe oder eine einzelne Person sein konnte. Seine Stimme war der erste Schritt, einen Dialog zu beginnen. Eine Stimme bittet um eine Antwort und wenn diese Antwort gegeben wurde, ist der Empfänger...

Im Krieg mit dem Dhamma

Ein Beitrag von Thanissaro Bhikkhu übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der Ausgabe 2023/1 Sprechen unter der Rubrik Buddhismus in der Welt.
Ein deprimierendes Muster im menschlichen Verhalten stellte Mark Twain vor mehr als einem Jahrhundert fest. Es begleitet uns noch immer: Die Machthaber wollen Krieg. Politiker und Medien rühren die Werbetrommel, prangern die bösen Absichten des Feindes an und rufen alle patriotischen Bürger dazu auf, gegen ihn anzugehen. Zunächst zögern die Menschen, aber dann springen religiöse Führer auf den Zug auf und erklären ihren Anhängern, dass es ihre heilige moralische Pflicht sei, die...

Auf dem Weg zu einer Revolution der Liebe

Ein Beitrag von Bell Hooks übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der Ausgabe 2022/4 Leben mit dem Tod unter der Rubrik Leben mit dem Tod.
Im Dezember 2021 verlor die Welt eine weitere mächtige Stimme für Liebe und Gerechtigkeit – die wegweisende Denkerin und Schriftstellerin bell hooks. Sie leistete historisch wichtige Beiträge in vielen Bereichen, von Feminismus und Rassenfragen bis hin zu politischer Theorie und Kulturkritik. Für sie ging es aber immer um die Wahl zwischen Liebe und Herrschaft. In diesem wichtigen Essay inspiriert sie uns dazu, ihre Vision einer Kultur der Liebe zu verwirklichen. „Ich sehe Liebe...

Das bestmögliche Leben – Wie unsere Vorstellungen von menschlichem Wohlergehen den Dharma im Westen prägen werden

Ein Beitrag von Seth Zuihō Segall übersetzt von Kirsten Schulte veröffentlicht in der Ausgabe 2022/3 Heimat unter der Rubrik Heimat.
In einem Dharma-Vortrag fast jeder westlichen buddhistischen Gemeinschaft hören Sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine Interpretation des Dharma, die sich erheblich von der Darstellung in den Suttas (Sanskrit: Sutras) unterscheidet. Illustration: Eddie Guy In den meisten Vorträgen wird betont, dass man achtsam im gegenwärtigen Moment sein sollte, dass man auf das eigene verkörperte Erleben achten und geschickt mit Gedanken, Wünschen und Emotionen umgehen sollte, dass man...

Wie eine Gebetsfahne: Mit den acht weltlichen Winden praktizieren

Ein Beitrag von Santacitta Bhikkhuni übersetzt von Sabrina Reiniger veröffentlicht in der Ausgabe 2022/2 Nahrung unter der Rubrik Nahrung.
Diese Winde sind in vier Paare aufgeteilt, weil nie einer alleine auftritt. Sie entstehen immer zusammen. Wir erhoffen uns Lob – wir fürchten uns vor Kritik. Wir wünschen uns Gewinn – wir fürchten Verlust. Wir möchten von allen gemocht werden – wir fürchten uns vor Kritik oder Nichtbeachtung. Wir möchten angenehme Erfahrungen machen – und unangenehme Erfahrungen vermeiden. Aber sobald wir Lob ernten oder Gewinn machen, wandelt sich dieser Wunsch leider in die Angst vor...
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