Meldungen

Eine Geschichte, die wir selbst schreiben

1. Juli 2022
Die Zen-Lehrerin Tatsudo Nicole Baden wird in diesen Tagen in Zen-Praxisgesprächen oft nach einer Haltung angesichts des Krieges in der Ukraine gefragt. Für viele Menschen gibt es derzeit kaum noch ein anderes Thema. Sie ringen um eine Haltung und spüren: Diese Situation braucht keine weiteren Meinungen, keine Rechthabereien und auch keine weisen Worte. Was kann ein einzelner Mensch nun tun? Der Krieg in der Ukraine ist weit mehr als eine Geschichte in der Zeitung. Er ist unsere...

Friedliche Akzeptanz – Umgang mit Härten und Krisen

Immer wenn etwas Unerwartetes, Überraschendes eintritt, versuche ich mir zu vergegenwärtigen, dass diese Ereignisse mich aus meinen Illusionen – oder Projektionen – reißen und ich selbst es bin, der sich über die Wirklichkeit getäuscht oder unrealistische Erwartungen gehabt hat. Es kann Phasen im Leben oder in der Gesellschaft geben, wo alles scheinbar mehr oder weniger geschmeidig vor sich hinläuft. Diese Situationen sind aus spiritueller Sicht nicht unbedingt sehr nützlich,...

Transformation? Na klar! Aber wohin?

Es gibt eine gute Nachricht, und es gibt eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht: Die Zivilisation, wie wir sie kennen, wird bald enden. Die gute Nachricht: Die Zivilisation, wie wir sie kennen, wird bald enden. (Swami Beyondananda in David R. Loy: Erleuchtung, Evolution, Ethik) Globaler Klimastreik in München, 2021, Foto: Werner Steiner Betrachten Vor dreißig Jahren hat die Systemwissenschaftlerin und Buddhistin Joanna Macy die Lage der Menschheit in ihrem Buch „Die...

Warum … beim Krieg gegen die Ukraine niemand wegschauen darf!

1. April 2022
Mit dem Einmarsch der russischen Soldaten in ihr Nachbarland wurden wir in eine neue Realität geworfen. In dieser Realität wird bombardiert, Panzerkolonnen bewegen sich auf Großstädte zu und greifen sie an, wehrlose Menschen sind zu Hunderttausenden auf der Flucht. Ich persönlich kannte diese Realität bislang nur aus alten Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg, aber nicht in dieser Nähe, nicht in meiner eigenen Lebenszeit. Stop War in Ukraine, Bild: Asar Studios from Chicago,...

Eine Wolke wird niemals sterben

Nachruf auf Thich Nhat Hanh (1926 bis 2022). Erstmals bin ich Thich Nhat Hanh 1985 in Plum Village, seinem Praxiszentrum in der Nähe von Bordeaux, begegnet. Zu der Zeit lebte ich in einem holländischen Zen-Zentrum. Die dortige Leiterin war sowohl Schülerin unserer gemeinsamen Zen-Lehrerin Prabhasa Dharma Roshi als auch Dharmacharya (Lehrerin) in der Tradition von Thich Nhat Hanh – und sie nahm mich mit. Damals habe ich noch nicht geahnt, dass Thay, so wurde er von fast allen genannt, der...

Warum … Dharmalehrer keinen Sex mit ihren Schülerinnen haben sollten

1. Januar 2022
… und warum eine angemessene Abstinenzzeit von mindestens einem Jahr zwischen einer Lehrer:in-Schüler:in-Beziehung und einer Liebesbeziehung eingehalten werden sollte In diesem Artikel wurde auf eine durchgehend geschlechterneutrale Sprache verzichtet, weil die Wirklichkeit zeigt, dass über 90 Prozent der Übergriffe in Form von sexualisierter Gewalt von Männern an Frauen verübt werden. Die Ethik-Arbeitsgruppe der DBU hat zwei Jahre lang an der Freiwilligen Ethischen...

Verbundenheit – Verantwortung – Fürsorge: Die Bedeutung des einzelnen Menschen

Buddhistische Beiträge zur großen Transformation Alles, was von irgendwelcher Reichweite sein soll, muss im Einzelnen beginnen und durch den Einzelnen verwirklicht werden. Es gibt keinen anderen Weg der Verwirklichung, es gibt keine Änderung der Institutionen oder der herrschenden Mentalität, es gibt keine wie auch immer geartete Besserung auf welchem auch immer in Betracht gezogenen Gebiete, wenn der Ansatzpunkt zu einer Klärung und zu einer allgemeinen Wandlung nicht in den...

Warum … traditionsgebundener und säkularer Buddhismus gut miteinander zurechtkommen könnten

1. Oktober 2021
Von Nils Clausen, traditionsübergreifender Buddhist und Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Union „Im 19. Jahrhundert … trat der Buddhismus zunächst einmal als Philosophie auf, wurde als Philosophie rezipiert. Und zwar gerade als Gegenmodell zur christlichen Ritualistik und zur christlichen Religionskultur, was eine befreiende Funktion hatte. Das Christentum wurde als zerstritten, konfessionell rechthaberisch, in Mythen und Aberglauben befangen angeschaut, mit all seinen...

WARUM … wir in Deutschland eine buddhistische Seelsorge brauchen

1. Juli 2021
Nicht erst seit der Pandemie erfahren viele Menschen heute ein Maß an Leid, Einsamkeit, Sorgen um ihre Existenz oder ihre psychische und körperliche Gesundheit, das sie nicht allein bewältigen können. In einer solche Situation brauchen Menschen Mitmenschen und Unterstützung. Ein Blick in die USA zeigt, wie viel weiter als in Deutschland die buddhistische Seelsorge dort schon entwickelt ist. Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten wird dort unter den Bezeichnungen Buddhist Chaplaincy...

Mehr sein, weniger brauchen

Nachhaltigkeit ist das große Sehnsuchtswort der Umwelt- und Klimaschutzbewegung. In ihrem Buch „Mehr sein, weniger brauchen“, beleuchten die Wirtschaftsingenieurin Jessica Böhme und der Physiker Thomas Bruhn, wie eng Nachhaltigkeit und die Beziehungen von Menschen zu sich selbst, anderen und der Natur zusammenhängen. Ein Gespräch mit der Autorin. BUDDHISMUS aktuell: Wie sind Sie zur Nachhaltigkeit gekommen? Jessica Böhme: Eigentlich bin ich Wirtschaftsingenieurin,...
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