Sarnath ist UNESCO-Welterbe 

13. August 2026
Allgemein | International

Sarnath, einer der bedeutendsten Pilgerorte des Buddhismus, ist in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden. Die Entscheidung fiel am 25. Juli 2026 während der 48. Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees im südkoreanischen Busan. Mit Sarnath zählt Indien nun 45 Welterbestätten. 

Für Buddhistinnen und Buddhisten hat der Ort eine herausragende Bedeutung: Hier, unweit der nordindischen Stadt Varanasi, soll Shakyamuni Buddha nach seiner Erleuchtung in Bodh Gaya seine erste Lehrrede gehalten haben. Der Überlieferung zufolge begegnete er in Sarnath fünf Asketen, die zu seinen ersten Schülern wurden. Mit dieser ersten Unterweisung begann, traditionell verstanden, die Weitergabe des Dharma. Das Ereignis wird als „erste Drehung des Rades der Lehre“ bezeichnet. 

Riesige Buddha-Statue, Thailändischer Tempel in Sarnath (Copyright)

Sarnath entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem bedeutenden Zentrum buddhistischen Lebens. Herrscher und wohlhabende Förderer ließen Stupas, Tempel und Klöster errichten; Mönche und Gelehrte machten den Ort zu einem Zentrum von Praxis und Studium. Gemeinsam mit Lumbini, Bodh Gaya und Kushinagar gehört Sarnath heute zu den vier großen Pilgerstätten, die unmittelbar mit dem Leben des historischen Buddha verbunden sind. 

Das UNESCO-Welterbe umfasst zwei Bereiche: den Chaukhandi-Stupa sowie die archäologischen Überreste von Sarnath. Zu ihnen gehören der imposante Dhamek-Stupa, der Dharmarajika-Stupa und weitere Zeugnisse der langen Geschichte des Ortes. Sarnath wird mit dem in buddhistischen Schriften beschriebenen Hirschpark identifiziert, der auch unter den Namen Isipatana, Rishipatana oder Mrigadava bekannt ist. 

Die rund 39 Meter hohe Dhamekh-Stupa markiert den historischen Platz der ersten Lehrrede des Buddha.

Eine besondere Verbindung zur indischen Geschichte bildet die Ashoka-Säule, die im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung unter Ashoka, dem buddhistischen Kaiser der Maurya-Dynastie, errichtet wurde. Ihr berühmtes Löwenkapitell, das bei Ausgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde, diente später als Vorlage für das heutige Staatswappen Indiens. 

Die UNESCO-Auszeichnung würdigt Sarnath nicht nur als archäologischen Ort von außergewöhnlichem universellem Wert. Für die buddhistische Welt ist Sarnath bis heute ein lebendiger Pilgerort und erinnert an einen entscheidenden Moment in der Geschichte des Dharma: die erste öffentliche Lehrrede des Buddha und damit den Beginn seiner Lehrtätigkeit. 

Mit der Aufnahme in die Welterbeliste wird die herausragende kulturelle und spirituelle Bedeutung Sarnaths nun auch international gewürdigt. Der Ort bleibt damit zugleich archäologisches Erbe und lebendiger Bestandteil buddhistischer Praxis und Pilgertradition. 

red

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