Thich Nhat Hanh erhält angesehene Ehrenmedaille

25. August 2017

Das „Union Theological Seminary“ in der Stadt New York hat angekündigt, den buddhistischen Lehrer, Autor und Friedensaktivisten Thich Nhat Hanh am 6. September 2017 mit seiner Ehrenmedaille auszuzeichnen. Schwester Chan Duc aus dem Meditationszentrum Plum Village im Südwesten Frankreichs wird die Auszeichnung in seinem Namen annehmen.

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(25. August 2017|red-ba) Das Union Theological Seminary ist eine unabhängige theologische Hochschule und seit mehr als hundert Jahren eines der führenden Zentren des liberalen Christentums in den Vereinigten Staaten. 1963 absolvierte Thich Nhat Hanh hier einen Abschluss als „Masters of Arts in Religion“.

Die höchste Ehrung der Universität erhielten, neben anderen Personen, zuvor auch bereits der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu und der ehemalige US-Vizepräsidenten Al Gore. „Wir sind so stolz, seine bemerkenswerten globalen Bemühungen anerkennen zu können“, erklärte die Präsidentin der Hochschule, Pfarrerin Dr. Serene Jones. Und in einer Pressemitteilung der Universität heißt es:

„‚Thay‘ (wie Thich Nhat Hanh liebevoll genannt wird) hat tiefe Akkorde in Menschen vieler verschiedener kultureller Hintergründe, Glaubensrichtungen und Erfahrungswelten angeschlagen.“

Jahrzehntelanges Friedensengagement

Mit der Auszeichnung möchte die Hochschule das jahrzehntelange Engagement des vietnamisischen Zen-Mönches ehren. Er gründete den internationalen Orden „Interbeing“, der sich durch sein pazifistisches und soziales Engagement profiliert hat. Ein lebendiges Netzwerk von rund 600 Nonnen und Mönchen und Zehntausenden von Laienpraktizierenden wenden Thays Lehren des achtsamen Lebens, der Friedensförderung und Gemeinschaftsbildung in Schulen, an Arbeitsplätzen, in Unternehmen und in Gefängnissen auf der ganzen Welt an.

Mit der Auszeichnung möchte die Hochschule auch ihre eigene interreligiös offene Ausrichtung unterstreichen und erweitern. Schon länger können die Studierenden hier ihre theologische Ausbildung auch um nicht-christliche Inhalte ergänzen. Ab diesem Herbst werden sie als neue Schwerpunkte sogar „Buddhismus & Interreligiöses Engagement“ oder „Islam & Interreligiöses Engagement“ belegen können.

Die Hochschule wird zudem das „Thich Nhat Hanh Programm für Engagierten Buddhismus“ aufsetzen, das akademische und öffentliche Bildungsangebote mit sozial engagierten buddhistischen Praktizierenden und Lehrenden fördern möchte. In buddhistischen Dialogen wird es um Themen gehen wie Friedensförderung, interreligiöses Engagement, Klimawandel, Rassismus, Gewalt, Armut und wirtschaftliche Ungleichheit, Inhaftierung sowie Gender und Sexualität.

Quelle: Lion‘s Roar, 21. August 2017