Worte des Buddha

Ein Beitrag von Alfred Weil veröffentlicht in der Ausgabe 2013/4 unter der Rubrik Tags Verbundenheit

Im Großen und Ganzen geht diese Welt von zweierlei aus: vom Sein und vom Nichtsein. Wer aber das Entstehen von Welt der Wirklichkeit gemäß und mit klarem Blick sieht, für den gibt es bezüglich der Welt kein Nichtsein. Und wer das Vergehen von Welt der Wirklichkeit gemäß und mit klarem Blick sieht, für den gibt es bezüglich der Welt kein Sein.

Auf die Dinge zugehen, sie ergreifen, sich mit ihnen beschäftigen, an ihnen hängen – das ist im Grunde diese Welt. Wenn aber jemand nicht mehr auf die Dinge zugeht, sie nicht ergreift, sein Gemüt nicht auf sie ausrichtet, sich nicht mit ihnen beschäftigt, den Hang nach ihnen nicht zulässt oder ihm nachgibt, in dem Gedanken „Da ist gar kein Ich“, wenn jemand nicht daran zweifelt oder unsicher ist, dass „nur Leiden erscheint, was auch immer erscheint, und nur Leiden schwindet, was auch immer schwindet“, dann besitzt er unabhängig von anderen Wissen. Insofern hat man Rechte Ansicht.

„Alles ist“, das ist das eine Extrem. „Alles ist nicht“, das ist das andere Extrem. Diese beiden Extreme vermeidend, lehrt der Vollendete die in der Mitte liegende Wahrheit. Aus Unwissen resultiert Aktivität. Aus Aktivität resultiert der Bewusstseinsprozess. Aus dem Bewusstseinsprozess resultieren Geist und Körperlichkeit. Aus Geist und Körperlichkeit resultiert der Bereich der sechs Sinne. Aus dem Bereich der sechs Sinne resultiert Berührung. Aus Berührung resultiert Gefühl. Aus Gefühl resultiert Begehren. Aus Begehren resultiert Ergreifen. Aus Ergreifen resultiert Werden. Aus Werden resultiert Geborenwerden. Aus Geboren-werden resultieren Altern und Sterben. Das ist der Ursprung dieser gesamten Leidensanhäufung.

Der Buddha – aus: Samyutta Nikaya 12,15

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Alfred Weil

Alfred Weil, Dr. phil. Seit 1979 intensive Auseinandersetzung mit den Lehren des Buddha. 1993–2001 Vorsitzender, seit 2003 Ehrenrat der DBU; 1990–2002 Mitherausgeber und Redakteur der Lotusblätter. Vortrags- und Seminartätigkeit, Veröffentlichungen in Zeitschriften, Autor und Herausgeber mehrerer Bücher.
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