Erklärung der Chefredakteurin

In ihrer Erklärung erläutert Ursula Richard, warum sie ihren Honorarvertrag mit der Deutschen Buddhistischen Union zum Ende des Jahres gekündigt hat. Ihrer Entscheidung ging eine längere Zeit der Reflexion darüber voraus, welchen Feldern sie gegenwärtig und künftig in ihrem Leben mehr Zeit und Energie widmen möchte.

Ein Beitrag von Ursula Richard veröffentlicht in der Ausgabe Online-Artikel unter der Rubrik Aktuell

Liebe Leserinnen und Leser der BUDDHISMUS aktuell,


vor einigen Tagen, am 3. August 2018, versandte Vorstand und Rat der Deutschen Buddhistischen Union eine Ausschreibung für die Stelle eines/einer Chefredakteur/in. Seither erreichen mich dazu viele Anfragen, die mehr über die Hintergründe wissen wollen oder Vermutungen anstellen. Von daher möchte ich Sie auf diesem Wege wissen lassen: Meinen Honorarvertrag mit der Deutschen Buddhistischen Union habe ich Anfang letzter Woche zum Ende des Jahres gekündigt. Meiner Entscheidung ist eine längere Zeit der Reflexion darüber vorausgegangen, welchen Feldern ich gegenwärtig und künftig in meinem Leben mehr Zeit und Energie widmen möchte. Mir wurde immer klarer, dass ich mehr Zeit haben möchte – für meine Beziehungen und Freundschaften, für meinen Verlag, fürs eigene Schreiben und Studieren, für meine spirituelle Praxis. Das aber ist mit einer engagierten Chefredakteurinnentätigkeit nicht gut vereinbar.

In meinen sechs Jahren als Chefredakteurin für BUDDHISMUS aktuell ist es mir stets ein Anliegen gewesen, die Verwurzelung buddhistischer Ansätze und Praktiken bei uns im Westen zu unterstützen, zu analysieren aber auch kritisch zu begleiten. Ohne die inspirierenden, meist noch unentgeltlich zur Verfügung gestellten Beiträge zahlreicher Autorinnen und Autoren, Lehrender und Interviewpartner wäre es nie möglich gewesen, dieses Anliegen auch nur ansatzweise umzusetzen. Ebenso nicht ohne das meist positiv-ermutigende, kritisch-konstruktive Feedback vieler Leserinnen und Leser im persönlichen Gespräch oder auch per Email oder Leserbrief. Und last not least nicht ohne die sehr fruchtbare und kollegiale Zusammenarbeit unseres BUDDHISMUS-aktuell-Teams. Ihnen allen möchte ich bei dieser Gelegenheit schon einmal danken, ohne dass meine Worte bereits als Abschiedsworte verstanden werden sollten – aber danken kann man letztlich ja nicht genug.

Im Laufe der letzten Jahre ist mir immer deutlicher geworden, dass für mich persönlich die buddhistischen Lehren und Praktiken eine zentrale Quelle der Inspiration sind, aber nicht unbedingt die Formen und Institutionen, in denen sich Religionen, also auch der Buddhismus, organisieren. Dem möchte ich künftig mehr Rechnung tragen.

Ich hoffe, dass Sie weiterhin als Leserin oder Leser der BUDDISMUS aktuell treu bleiben. Verweisen möchte ich an dieser Stelle noch auf den Themenschwerpunkt des nächsten Heftes 4/18 „Buddhismus – wohin?“. Das Jahr schließen wir ab mit dem ursprünglich für 4/18 vorgesehenen Schwerpunkt zum Thema Buddhismus/Psychotherapie. Und dann werde ich mich von Ihnen auch verabschieden.


Ihre Ursula Richard,

Chefredakteurin der BUDDHISMUS aktuell

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Ursula Richard

Ursula Richard, Chefredakteurin von BUDDHISMUS aktuell, ist seit mehr als zwanzig Jahren auf dem spirituellen Weg. Sie übt Zen und ist vertraut mit buddhistischer Psychologie und Praxis. Sie war langjährige Programmleiterin eines spirituellen Verlags, ist Gründerin der Literaturmanufaktur, einer Autoren- und Verlagsagentur für Spiritualität und Lebenskunst, ist Herausgeberin spiritueller Bücher und Übersetzerin u.a. von Thich Nhat Hanh sowie Verlegerin des Verlags edition steinrich.
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