Zen-Lehrer Klaus Zernickow: Unterlassungsklage abgewiesen

12.03.2022 / Am 14. Dezember 2021 hat das Landgericht Berlin Klaus Zernickows Klage zur Löschung einer Studie mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihn abgewiesen. Diese Entscheidung hat eine längere Vorgeschichte. 

Im Jahr 2012 veröffentlichte Christopher Hamacher, heute Leiter des Münchner Zen Dojo am Ostbahnhof, eine Studie zu Missbrauch im Zen-Buddhismus mit dem Titel „Zen hat keine Moral! – Die latente Anfälligkeit des Zen-Buddhismus für Korruption und Missbrauch, veranschaulicht an zwei jüngst bekannt gewordenen Fällen“. Die Studie erschien auf Deutsch und Englisch auf mehreren internationalen und deutschen Webseiten rund um das Thema Zen-Buddhismus.

 

In der Studie ging Christopher Hamacher auf die Fälle von Eido Shimano in den USA und Klaus Zernickow aus Berlin ein. Der aus Japan stammende und inzwischen verstorbene US-amerikanische Zen-Meister Eido Shimano war 2010 wegen sexuellen Missbrauchs aus seinem Amt in der New Yorker Zen Studies Society ausgeschieden. Klaus Zernickow, auch bekannt unter dem Namen Sotetsu Yuzen, ist Arzt und und spirituelles Oberhaupt des Vereins „Erste Berliner Zen-Gemeinschaft“, den er am 27. Juli 1971 gründet hat. In der Studie warf Christopher Hamacher Eido Shimano und Klaus Zernickow systematischen finanziellen und sexuellen Missbrauch von Schülerinnen und Schülern vor. In beiden Fällen führte er dazu Erfahrungen und Aussagen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern an, die auf einen systematischen Missbrauch hindeuteten.

 

Acht Jahre nach der Veröffentlichung der Studie versuchte Klaus Zernickow im Frühjahr 2020 durch formale Abmahnungen, Christopher Hamacher und andere Kritiker zur Löschung der Studie zu bewegen. Als darauf keine Reaktion erfolgte, reichte er im Herbst 2020 eine Unterlassungsklage beim Landgericht Berlin ein. Darin bestritt er die Vorwürfe und forderte erneut die Löschung der Studie auf den verschiedenen Websites.

red

 

Weitere Informationen:

Studie als PDF: tinyurl.com/zen-moral

Beitrag Buddhismus aktuell 3/2013: Ist Zen jenseits von Moral?

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