Triratna publiziert Stellungnahme zur Gewalt gegen Muslime in Myanmar

07.01.2018 / Im Herbst vergangenen Jahres gaben mehrere langjährige Lehrerinnen und Lehrer der Gemeinschaft "Triratna", darunter der Gründer Urgyen Sangharakshita, eine "Stellungnahme zu der buddhistisch-geführten Gewalt gegen Muslime in Burma/Myanmar 2017" ab, die nun auch auf Deutsch vorliegt.

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In der Stellungnahme, die auf Gewalt und Diskriminierung durch Buddhistinnen und Buddhisten gegenüber nicht-buddhistischen Minderheiten auch in anderen Ländern wie beispielsweise Sri Lanka aufmerksam macht, heißt es unter anderem:

 

"Als Buddhistin/Buddhist lehne ich die Anstiftung zu Gewalt gegenüber Muslimen und zu deren Diskriminierung im Namen des Buddhismus in Burma und an anderen Orten entschieden ab. ... Es kann keine buddhistische Rechtfertigung für solche Gewalttaten geben. Gewalt auszuüben, die in Hass oder Vorurteil begründet ist, oder zu solcher aufzurufen, widerspricht der Lehre des Buddha und stellt einen gravierenden Verstoß gegen buddhistische ethische Prinzipien dar, darunter auch gegen die Mönchsgelübde."

 

Ahimsa – nicht verletzen

Die Stellungnahme verweist insbesondere auf die vom Buddha gelehrten fünf ethischen Vorsätze, darunter das Prinzip von "ahimsa", von Nicht-Verletzen. Diese ethischen Vorsätze dienten dazu, sich in Handlungen, Worten und Gedanken in Mitgefühl zu üben.

Darüberhinaus habe der Buddha seine Schülerinnen und Schüler ermahnt, liebende Güte zu entwickeln, "nicht nur für die eigene Familie oder ethnische Gruppe, sondern für Fremde und jene, mit denen wir in Konflikt stehen."

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Stellungnahme rufen alle Buddhistinnen und Buddhisten, auch in Burma, dazu auf

 

"klar zum Ausdruck zu bringen, dass sie von Buddhistinnen und Buddhisten ausgehende Gewalt verabscheuen".

 

Die burmesischen buddhistischen Machthaber sollten "alles in ihrer Macht stehende zu tun, um der anti-muslimischen Gewalt in ihrem Land ein Ende zu setzen" und umgehend Maßnahmen ergreifen, "buddhistische Mönche zur Rechenschaft zu ziehen, die zu physischer oder verbaler Gewalt und Diskriminierung aufgerufen oder daran mitgewirkt haben."

Sie appellieren an die Regierung von Myanmar, allen Bürgerinnen und Bürgern einschließlich Muslimen Reisefreiheit zu gewähren, allen Vertriebenen unbeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewähren und alle inhaftierten Musliminnen und Muslime, die keiner international anerkannten Verbrechen beschuldigt werden, sofort freizulassen.

 

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