DBU-Rat nimmt Stellung zu möglicherweise islamfeindlichen Äußerungen von Ole Nydahl

13.08.2018 / 13. Aug. 2018) Mit Bezug auf Presseberichte unter anderem in der „Augsburger Allgemeinen“ und der „Allgäuer Zeitung“ hat der DBU-Rat eine Stellungnahme zu  Äußerungen von Ole Nydahl abgegeben.

Ole Nydahl auf einem Kurs in München 2012 | Foto: Sergey Tsarev, CC-Lizenz

Die fraglichen Äußerungen, die möglicherweise islamfeindlich waren und zu Gewalt aufriefen, fielen während eines von vielen tausend Menschen besuchten Sommerkurses im Diamantweg-Europazentrum im Allgäu. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Kempten auf Nachfrage von BUDDHISMUS aktuell hat die Staatsanwaltschaft Kempten "ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob Äußerungen mit strafrechtlicher Relevanz gefallen sind. Unter anderem wird zu prüfen sein, ob der Straftatbestand der Volksverhetzung verwirklicht wurde." 

Dazu der erklärt der Rat der DBU nun:

„Es ist mit den Grundsätzen der buddhistischen Ethik, insbesondere mit denen der heilsamen Rede, vollständig und in jeder Hinsicht unvereinbar, Angehörige einer anderen Religion pauschal herabzusetzen, sie zu diffamieren, zu Hass und Ablehnung oder gar zu Gewalt gegen sie aufzurufen.

Sollten sich die neuerlichen Vorwürfe als zutreffend herausstellen, wäre damit eine neue Qualität der Unvereinbarkeit mit den Maßstäben der buddhistischen Ethik erreicht.“

Sollten sich die Vorwürfe als zutreffend herausstellen, werde dies verbandspolitische Konsequenzen nach sich ziehen, die zunächst vom Rat der DBU und anschließend von der Mitgliederversammlung beschlossen würden.

Der Rat betont in seiner Stellungnahme, dass es frühere Aussagen Ole Nydahls gebe, dass er nicht generell gegen den Islam eingestellt sei, sondern lediglich gegen Gruppierungen, die nach seiner Auffassung nicht an einem friedlichen und toleranten Zusammenleben interessiert seien.

„Solche Differenzierungen kommen in der Öffentlichkeit aber offenbar nicht an oder werden nicht wahrgenommen. Es besteht daher ein dringender Bedarf seitens Ole Nydahls, sich im Sinne der buddhistischen Ethik unmissverständlich zu positionieren“, heißt es in der Stellungnahme.

Der Rat betont außerdem, er vertrete weiterhin die Auffassung, dass es

„die Verantwortung jeder Mitgliedsgemeinschaft und deren spiritueller Lehrer ist, dem Buddhismus eine Außenwirkung zu verleihen, die die Grundlagen buddhistischer Ethik, hier insbesondere die der rechten Rede, nicht infrage stellt. Unserer Auffassung nach müssen auch private Meinungsäußerungen in Lehrsituationen oder in Interviews diesen Maßstäben genügen.“

 

Weitere Informationen und Reaktionen im Netz:

Die Stellungnahme des DBU-Rats im Wortlaut

Stellungnahme des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg (BDD) zu den Artikeln „Der buddhistische Populist“ und „Buddhistischer Lama löst Empörung aus“ in Allgäuer Zeitung und Augsburger Allgemeine (3./8. August 2018)

Offener Brief des Diamantweg-Europazentrums an Politik, Kultur & Presse im Allgäu

Bayerischer Rundfunk: Islamhetze von buddhistischem Prediger in Immenstadt?

Augsburger Allgemeine: Wie ein buddhistischer Populist Tausende ins Allgäu lockt

Webseite „Allgäu rechtsaußen“: Mahnwache gegen Lama Ole Nydahl