Ayya Khemas Todestag jährt sich zum 25. Mal

02.11.2022 / Am Morgen des 2. Novembers 1997, an Allerseelen, starb Ayya Khema im Buddha-Haus. Ihre Asche wurde im Stupa im Garten des Buddha-Hauses feierlich beigesetzt. 

@ Jhana Verlag

Ayya Khema wurde 1923 unter dem Namen Ilse Kussel als Kind jüdischer Eltern in Berlin geboren, sie starb als Ayya Khema (Ilse Ledermann) 1997 im Buddha-Haus im Allgäu. 

Mit dem letzten Kindertransport konnte sie 1939 vor Nazideutschland fliehen und kam über Schottland und Shanghai 1949 in die USA. Inzwischen war sie verheiratet, lebte ein bürgerliches Leben mit Mann und zwei Kindern und arbeitete als Sekretärin und Buchhalterin. „Ich hatte alles, was ich mir wünschen konnte. Trotzdem: etwas fehlte“, schreibt sie in ihrer Autobiografie. Das führte schließlich auch zur Trennung. Ihr zweiter Ehemann, Gerd Ledermann, teilte ihr Interesse an spirituellen Fragen, sie begannen, gemeinsam die ganze Welt zu bereisen, Sohn Jeffrey immer dabei. „Die Erlebnisse auf unserer ausgedehnten Reise haben mir sehr geholfen, auch eine innere Reise anzutreten“, schrieb sie später. 

1967 ließ sich die Familie in Australien auf einer eigenen Farm nieder. Als der englische buddhistische Mönch Phra Khantipalo (Laurence Mills) Anfang der 1970er-Jahre eine Weile mit ihnen auf der Farm lebte und von der Lehre des Buddha erzählte, war Ilse Ledermann schnell klar, dass sie nun ihren Weg gefunden hatte. 1977 zerbrach ihre zweite Ehe, sie verkaufte die Farm und investierte alles, was sie hatte, in die Gründung des Klosters Wat Buddha Dhamma bei Sydney. Dessen Abt wurde Phra Khantipalo, Ilse Ledermann organisierte den Aufbau des Klosters, lebte und lehrte dort. Das sollte nur die erste von mehreren Gründungen buddhistischer Zentren und Klöster sein. 1979 reiste sie mit einem Empfehlungsschreiben an den Ehrwürdigen Nyanaponika nach Sri Lanka und wurde dort zur Novizin (samaneri) ordiniert. Sie bekam den Ordensnamen Khema und wurde von da an Ayya Khema – die Ehrwürdige Khema – genannt. Die volle Ordination als buddhistische Nonne (bhikkhuni) erhielt sie neun Jahre später im Hsi-Lai-Tempel in Los Angeles. Auf Sri Lanka gründete sie ein Zentrum für Nonnen in der Nähe der Hauptstadt Colombo und ein Nonnenkloster auf der Insel Parappuduwa im Ratgama-See. 1987 war sie Mitorganisatorin einer Konferenz für buddhistische Nonnen in Bodhgaya, Indien, die zur Gründung von Sakyadhita, einer internationalen Vereinigung zur Stärkung der Rechte von Nonnen und Frauen im Buddhismus führte. Inzwischen lehrte sie in vielen Ländern und wurde immer populärer. Wegen der politischen Lage verließ sie Sri Lanka 1989 und zog auf Bitten ihrer Schüler:innen nach Deutschland um. 

Auf ihre Initiative hin entstand 1989 das Buddha-Haus im Allgäu, ein buddhistisches Meditations- und Studienzentrum, welches zu ihrem Lehr- und Lebensmittelpunkt wurde. Ein Jahr darauf wurde der Jhana Verlag mit dem Anliegen gegründet, buddhistische Schriften zu veröffentlichen und die Lehre des Buddha im Westen zu verbreiten. Noch kurz vor ihrem Tod, im Sommer 1997, eröffnete das Waldkloster und Retreat-Zentrum Metta Vihara. 

Bereits 1987 war bei ihr Krebs festgestellt worden, operieren ließ sie sich 1993 zum ersten Mal. Es folgten weitere Operationen. Am Morgen des 2. Novembers 1997, an Allerseelen, starb sie an der Krankheit im Buddha-Haus. Ihre Asche wurde im Mai 1998 im Stupa im Garten des Buddha-Hauses feierlich beigesetzt. 

Ayya Khema hatte die Fähigkeit, die buddhistische Lehre in einfache, klare Worte zu fassen und so zu vermitteln, dass man sie nicht nur verstehen, sondern auch praktizieren konnte. Ein wichtiges Anliegen war ihr, die Jhanas im Westen zu vermitteln, wozu sie der Ehrwürdige Nanarama Mahathera, ein srilankischer Meditationsmeister, Gelehrter und Waldmönch, beauftragt hatte. Ihre Art zu lehren ist uns in ihren zahlreichen Büchern, Ton- und Videoaufzeichnungen erhalten geblieben. Die von ihr autorisierten Lehrerinnen und Lehrer haben ihr Wirken fortgesetzt und teilweise eigene Zentren gegründet. „In den acht Jahren, die sie bis zu ihrem Tod in ihrer Heimat Deutschland lebte, hat sie schier Unglaubliches auf die Beine gestellt. Ihr Schaffensdrang, ihre Energie, ihre stets neuen Ideen und Visionen schienen grenzenlos zu sein. Ihr enormer Einsatz galt einzig der Verbreitung des Dhamma.“ (buddha-haus.de)

Kirsten Schulte 

Biografie:

Ayya Khema: „Ich schenke euch mein Leben“, Jhana Verlag im Buddha-Haus 2007

Links:

Bücher von Ayya Khema: 
www.buddha-haus-shop.de/Buecher/Buddha-Haus-Jhana-Verlag-Ayya-Khema-Meditation-Buddhistische-Buecher-Theravada-Buddhismus-Nyanabodhi-Buddha-Lehre-Waldkloster-Metta-Vihara-Vipassana-7/?language=de 

Auf YouTube gibt es zahlreiche Vorträge von Ayya Khema, z.B.:

Die Notwendigkeit einer spirituellen Entwicklung

 

 

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