Barbara Demick

Buddhas vergessene Kinder

Geschichten aus einer tibetischen Stadt

  • Verlag:Droemer Verlag
  • Ort:München
  • Jahr:2021
  • ISBN:978-3-426-28186-4
  • Preis:22,00 €

Seit Februar 2009 haben sich mehr als 150 Tibeterinnen und Tibeter in Tibet aus Protest gegen die Unterdrückung durch die chinesische Regierung selbst angezündet. In der kleinen Stadt Ngaba, in den östlichen Ausläufern des tibetischen Hochlandes in der chinesischen Provinz Sichuan gelegen, fanden die meisten Selbstverbrennungen statt. Doch weshalb werden so viele Menschen dazu getrieben, ihrem Leben auf diese Weise ein Ende zu setzen? Barbara Demick, preisgekrönte US-amerikanische Journalistin, schildert die Situation in dieser Stadt anhand der persönlichen Lebensgeschichten von acht Tibeterinnen und Tibetern. Sie gibt Einblick in den kaum bekannten tibetischen Alltag, den Kampf der Menschen um ihre kulturelle Identität und das Ringen um politische Selbstbestimmung. Ngaba war als Zentrum der Selbstverbrennungen für Ausländer:innen und Journalist:innen gesperrt. Barbara Demick entwickelte jedoch während ihres siebenjährigen Aufenthalts in China eine Kunstfertigkeit, die tibetische Hochebene zu bereisen, ohne aufzufallen, und konnte deshalb die Stadt dreimal besuchen. Die Interviewpartner:innen konnten ihre Erinnerungen offen und ohne Angst vor Repressionen mit ihr teilen, weil sie mittlerweile in tibetischen Exilgemeinden in Nepal und Indien leben. Neben den porträtierten Personen interviewte die Autorin auch Verwandte, Freund:innen und Nachbar:innen, um ein vollständigeres und ausgewogeneres Bild zu erhalten. Barbara Demick bettet die Schicksale der Menschen außerdem in das Gesamtbild der Situation in Tibet seit den späten 1950er-Jahren, also seit der Okkupation des Landes durch die Chinesen, ein; ihre historischen Ausführungen basieren auf einer gründlichen Recherche. Im Anhang führt sie ausführlich die Quellen ihrer Recherchen auf. Ein berührender Bericht über ein leidvolles Kapitel in der tibetischen Geschichte.

Traudel Reiß

Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Steckhan und Karola Bartsch

Hardcover mit Schutzumschlag, 383 Seiten