Bernd Heinrich

Leben ohne Ende

Der ewige Kreislauf des Lebendigen

  • Verlag:Verlag Matthes & Seitz
  • Ort:Berlin
  • Jahr:2019
  • ISBN:978-3-95757-618-7
  • Preis:34,00 €

Der deutsch-amerikanische Zoologe und Verhaltensforscher Bernd Heinrich beleuchtet in seinem Buch „Leben ohne Ende“ in persönlichen wie wissenschaftlichen Reflexionen die Prozesse des Werdens und Vergehens im Kreislauf des Lebens. Dafür untersucht er, wie die Tiere zu Wasser, auf der Erde und in der Luft, aber auch die Pflanzen mit dem Tod umgehen und dabei letztlich Leben schaffen. Der Tod des einen Baumes oder Tieres schenkt einer Reihe anderer Lebewesen Leben, indem Erstere zur Nahrung werden oder zum sicheren Ort für die Verpuppung. Alles Leben ist auf innigste Weise miteinander verbunden, das wird in diesem Buch immer wieder auf sehr konkrete Art deutlich. Man weiß das zwar vielleicht mehr oder weniger abstrakt, aber Bernd Heinrich nimmt den Leser, die Leserin mitten hinein in die Natur, sodass man das Gefühl haben kann, den Aasgeiern, Raben und Insekten bei ihrer Metamorphosenarbeit zuschauen zu können. Mich hat es sehr fasziniert zu lesen, welche immense Vielfalt von Lebewesen die Evolution als „Totengräber“ oder „Totenbestatter“ hervorgebracht hat, um diese Prozesse optimal und zum Wohle des Lebens zu gestalten. Natürlich sind auch wir Menschen in diese natürlichen Lebenszusammenhänge eingewoben und letztlich Teil des globalen Stoffwechsels. Aber wir suchen uns ihm zum Beispiel durch unsere Begräbnisbräuche zu entziehen, sperren unsere toten Körper in massive Holzkisten oder lassen sie verbrennen, was ökologisch gesehen höchst fragwürdig ist. Wir nehmen gern und viel, geben aber nicht so gern zurück. Und durch unseren vielfach ruinösen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen tragen wir auch sehr dazu bei, diese Kreisläufe zu behindern oder gar zu stoppen. Bernd Heinrichs Buch ist ein Plädoyer dafür, dass wir Menschen uns wieder bewusster als integrale Bestandteile im Kreislauf des Lebens ohne Ende verstehen und entsprechend handeln.

Ursula Richard

Aus dem Englischen übersetzt von Hainer Kober

Hardcover, 203 Seiten