Ken McLeod , Tokmé Zongpo

Leiden verwandeln, Glück schenken

37 Übungen für das Auf und Ab des Lebens

  • Verlag:edition steinrich
  • Ort:Berlin
  • Jahr:2019
  • ISBN:978-3-942085-71-7
  • Preis:19,90 €

„Das Leben schenkt dir unterschiedliche Erfahrungen. Jede Erfahrung hat unendlich viele Dimensionen. Kannst du sie alle erleben, ohne damit zu hadern? Wenn du das kannst, hört das Leiden auf.“ Diese Erkenntnis wird Ken McLeod zuteil, als er sich in einer persönlichen Krise intensiv mit einem Vers von Tokmé Zongpo beschäftigt, der im Tibet des 14. Jahrhunderts schrieb: „Wenn es besser für mich ist, krank zu sein, gib mir die Kraft, krank zu sein. / Wenn es besser für mich ist, gesund zu werden, gib mir die Kraft, gesund zu werden. / Wenn es besser für mich ist, zu sterben, gib mir die Kraft, zu sterben.“

Im englischsprachigen Raum ist Ken McLeod seit vielen Jahren dafür bekannt, westlichen Praktizierenden klassische Texte aus der buddhistischen Tradition so nahebringen zu können, dass nicht nur intellektuell verständlich, sondern tatsächlich erfahrbar wird, was die alten Meister gemeint haben, aber in religiös-kulturellen Bildern ausgedrückt haben, die uns heute vielfach fremd anmuten oder gänzlich unverständlich sind. Erstmals ist nun eines seiner Bücher in deutscher Sprache erschienen – eine Übersetzung und Kommentierung der „37 Übungen eines Bodhisattva“ von Tokmé Zongpo. Mich haben McLeods klare, aber auch sehr poetische Erläuterungen dieses Textes, der bis heute seinen festen Platz in traditionellen tibetisch-buddhistischen Unterweisungen hat, von der ersten Zeile an in ihren Bann gezogen, haben sie mir doch einen Erfahrungsraum geöffnet, in dem ich spüren konnte, wie viel mir diese Verse über mich und mein Leben zu sagen haben. Dabei sind mir, muss ich gestehen, klassische tibetische Texte bislang immer eher fremd geblieben. Seine Worte machen Mut, ja, laden geradezu ein, die vielen Erfahrungen, die uns das Leben beschert, in aller Tiefe und in ihrem Auf und Ab ausloten, durchleben und bejahen zu wollen.

Anna Pesch

Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Müller und Sylvia Wetzel

Hardcover, 192 Seiten