Missbrauchsverfahren gegen buddhistischen Priester: Anklage erhoben

20.04.2017 / Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat nun Klage gegen den 61-jährigen Zen-Priester aus dem Großraum Augsburg erhoben – sollten die erheblichen Vorwürfe vom Gericht als bewiesen angesehen werden, steht dem Mann eine lange Haftstrafe bevor.

Straßenzeile in Augsburg (Symbolbild) | © Philipp Rein

Die Augsburger Staatsanwaltschaft wirft dem Zen-Priester vor, zwischen 2005 und 2015 mehrere Jungen im Alter von 4 bis 13 Jahren in 5 Fällen "schwer sexuell missbraucht" zu haben. In weiteren 22 Fällen ist der Mann des "sexuellen Missbrauchs" angeklagt. Knapp 2000 kinderpornografische Bilddateien sollen sich zudem auf seinem Computer befunden haben.

Seit Juli 2016 sitzt der Angeklagte in Gablingen in Untersuchungshaft. Er wurde verhaftet, nachdem die Eltern eines der Opfer ihn im Juli 2016 angezeigt hatten, weil er ihren Sohn sexuell missbraucht haben soll  (BUDDHISMUS aktuell berichtete). Der 61-Jährige hatte sich der von Ausweisung bedrohten Familie als Flüchtlingshelfer genähert.

Der weit über seine Region hinaus bekannte Priester war sowohl in seiner Zen-Gemeinschaft als auch im Großraum Augsburg sehr engagiert, beispielsweise als regelmäßiger Teilnehmer am „Runden Tisch der Religionen“ und als Reisebegleiter von Augsburger Kommunalpolitikern nach Asien. Auf seine Vermittlung hin wurde die Stadt Augsburg vor einigen Jahren sogar mit einem buddhistischen Friedenspreis geehrt.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte die Missbrauchsvorwürfe teilweise bereits gestanden. (20.4.2017/online-red ba)

 

Weitere Informationen:
Meldung in BUDDHISMUS aktuell

Artikel in der Augsburger Allgemeine

 

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