Larung Gar: Vertreibungen und Zerstörungen gehen weiter

06.04.2017 / Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) im März berichtete, ist die zwangsweise Vertreibung von Mönchen und Nonnen aus dem Buddhistischen Lehrinstitut Larung Gar im chinesischen Sichuan durch die Behörden des Landes nun fast ganz „abgeschlossen“. 

Als Larung Gar noch blühen durfte | © BODHICITTA

(6.4.17/online-red ba) Wie einer der Äbte der Institution den Bewohnern mitteilte, wurden letztes Jahr annähernd 5.000 Personen vertrieben, 250 warten noch auf ihre Abreise. Ein Großteil der monastischen Behausungen wurde durch chinesische Arbeitsbrigaden bereits zerstört, ein weiterer Teil wird es derzeit.

Viele Tausend Tibeter und Han-Chinesen haben in dem einst florierenden buddhistischen Lehrinstitut studiert. Die Einrichtung ist 1980 von dem inzwischen verstorbenen spirituellen Meister Khenpo Jigme Phuntsok gegründet worden und stellt weltweit eines der größten und wichtigsten Zentren zum Studium des tibetischen Buddhismus dar.

"Geduld üben, nicht protestieren"

Diejenigen, die nach den Zerstörungen und Vertreibungen nun in Larung Gar bleiben dürfen, sollen dort auch in Zukunft die buddhistischen Lehren studieren können, soll der Abt der Einrichtung Ende März erklärt haben. Er mahnte die Anwesenden, Geduld zu üben und nicht gegen die, wie er sagte, "Umsetzung der chinesischen Regierungspolitik" zu protestieren. Er betonte aber auch: "Diejenigen, die uns verlassen haben, taten dies nicht aus freien Stücken. Sie alle gingen gegen ihren Willen. Und ob sie nun einen Ort hatten, wohin sie gehen konnten, oder nicht, so mussten sie dennoch abreisen".

Ein Video, das vermutlich von einem Mönch aufgenommen wurde, soll chinesische Arbeiter zeigen, wie sie leere Hütten niederreißen und Schutt und Trümmer auf Straßen hinterlassen, die zuvor von den rot leuchtenden Wohngelegenheiten der Mönchen und Nonnen flankiert wurden. Teils sollen die Nonnen und Mönche vor ihrer Abreise ihre Hütten sogar selbst abgerissen haben, um ihre Habseligkeiten einzusammeln und das Bauholz mitnehmen zu können.


Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Arbeitsgruppe München, www.igfm-muenchen.de
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