Burma: Hassredner erhält Predigtverbot

14.03.2017 / Wie die Tageszeitung „taz“ am 14. März berichtete, hat der oberste Rat der Buddhisten in Birma (Myanmar) dem umstrittenen buddhistischen Mönch Ashin Wirathu nun für die Dauer eines Jahr untersagt zu predigen. Hintergrund des Predigtverbotes ist die brutale Verfolgung der muslimischen Minderheiten im Land, über die „BUDDHISMUS aktuell“ mehrfach berichtete.

Ashin Wirathu auf der Titelseite des US-Magazins "Time"

Der buddhistische Mönch Ashin Wirathu, der die nationalistischen Organisationen 969 und Ma Ba Tha („Vereinigung für den Schutz von Rasse und Religion“) leitet, schüre Unruhe, wirft der birmesische Rat der Buddhisten ihm nun vor – eine lange überfällige Reaktion auf seine Hasspredigten.

Laut „taz“ sehen politische Beobachter in Ashin Wirathu allerdings vor allem einen Handlanger des Militärs: Indem er religiöse Konflikte schüre, könne sich das Militär als Bewahrer der Stabilität inszenieren. Bereits unter der früheren Übergangsregierung, die sich aus ehemligen Militärs der Diktatur im Land zusammensetzte, setzten der 48-Jährige Mönch und seine Anhänger ein Gesetz durch, das Menschen nicht-buddhistischen Glaubens im Land diskriminiert und beispielsweise die Möglichkeit der Eheschließung zwischen Angehörigen unterschiedlichen Glaubens einschränkt.

Predigen mit zugeklebtem Mund


Auch die Regierung der birmesischen Region Ayeyarwady hatte dem antimuslimischen Mönch schon verboten zu predigen. Doch Ashin Wirathu – das US-Magazin Time nannte ihn einmal „das Gesicht des buddhistischen Terrors“ – ignorierte das Verbot, klebte sich bei einem Auftritt in der Region demonstrativ den Mund zu, spielte Tonaufnahmen seiner Predigten ab und verbreitete seine Aktion in den sozialen Netzwerken. Die Regionalregierung erwägt nun, den Mönch deshalb vor Gericht zu bringen.

Die „taz“ berichtet auch, dass der buddhistische Hassprediger sich vor kurzem bei den mutmaßlichen Mördern eines prominenten muslimischen Anwalts und Regierungsberaters bedankt haben soll. Die Hetze des Mönches und seiner Anhänger richtet sich aber auch gegen die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, deren Partei infolge der Hetze gegen Muslime bei den letzten Wahlen keinen muslimischen Kandidaten mehr aufstellte. 88 Prozent der birmesischen Bevölkerung sind buddhistischen, 5 Prozent muslimischen und 6 Prozent christlichen Glaubens. (Quelle: taz, 14.3.17)